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Eine Reihe von Signalen sollte Sie veranlassen, Ihren Hausarzt oder Ihren Urologen aufzusuchen.
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Erkrankungen: Prostata
Prostatahyperplasie (BPH)

Die gutartige Vergrösserung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie; BPH) tritt im Rahmen des Alterungsprozesses des Mannes auf. In erster Linie handelt es sich um eine Volumenzunahme der Prostatainnendrüse, aufgrund der sich verändernden Wechselwirkungen des männlichen Hormonhaushaltes im Alter. Zwar wird die Prostata bei allen Männern mit der Zeit grösser, doch nur bei einem Teil der Männer führt dies zur Kompression der Harnröhre, die durch die Prostata zieht. Dies wiederum führt zu einem erhöhten Ausflusswiderstand, welcher einen erhöhten Blasendruck mit Restharnbildung nach sich zieht. Die BPH manifestiert sich in der Regel erst ab dem 55. Lebensjahr. Etwa 1/3 aller Männer wird von diesem Leiden betroffen, etwa 1/10 muss zu einem späteren Zeitpunkt einer Operation zugeführt werden.

Die wichtigsten Zeichen einer Prostatavergrösserung sind der schwächer werdende Harnstrahl und das Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung. Bei Harndrang ist häufig ein anfängliches Warten vor dem Wasserlösen vorhanden, ein Nachtröpfeln kann sehr störend sein, und vor allem beeinträchtigt das häufige nächtliche Wasserlösen die Lebensqualität erheblich. Aufgrund chronischer Harnwegsinfekte bei Restharn kann es unter Umständen zu einer lästigen Harndrangsymptomatik kommen. Auch ist möglich, dass überhaupt kein Harn mehr gelöst werden kann bei voller Blase (sogennannte akute Harnverhaltung). Dies zwingt dann zu einer sofortigen Entlastung der Harnblase, entweder mit Katheter durch die Harnröhre, oder durch einen durch den Unterbauch in örtlicher Betäubung eingelegten kleinen Plastikschlauch (sog. Zystofix). Eine längerdauernde Harnstauung durch die Abflussbehinderung kann in fortgeschrittenen Stadien zu einer Stauung bis in die Nieren und zur Niereninsuffizienz führen.

Zur Therapie: In den Anfangsstadien ist es empfehlenswert, vorerst einmal zuzuwarten. Leichtere Beschwerden können durch eine Vielzahl von pflanzlichen Medikamenten, die den Vorteil haben, völlig nebenwirkungsfrei zu sein, angegangen werden. Neben diesen pflanzlichen Medikamenten stehen heute eine ganze Reihe von weiteren Medikamenten zur Verfügung, die entweder direkt in den Hormonhaushalt der Prostata eingreifen oder die nervöse Versorgung des Blasenhalses beeinflussen.

Diese medikamentöse Therapie ist eine Lösung auf Zeit und in aller Regel kommt es später doch zu einer operativen Therapie. Operative Standardtherapie ist nach wie vor die transurethrale Elektroresektion der vergrösserten Drüse auf endoskopischem Wege, welche immer noch die besten Sofort- und am längsten hinhaltende Spätresultate ergibt. Als Alternativen zu dieser transurethralen Elektroresektion sind eine ganze Reihe von anderen Verfahren entwickelt worden, die auf verschiedenen Wegen verschiedene Energien in die Prostata einbringen und auf diesem Wege eine Verkleinerung der prostatischen Drüse bewirken. Hierbei handelt es sich um Mikrowellen, fokussierten Ultraschall, Laser in verschiedenen Formen etc. Vorteile dieser alternativen Verfahren: Sie sind unter Umständen ohne Anästhesie möglich, und auch eine gleichzeitige Blutverdünnung verunmöglicht die Methode nicht. Als Nachteile müssen genannt werden: Die Wirkung der Operation tritt unter Umständen nur verzögert ein, im Weiteren sind Spätresultate nicht bekannt, d.h. zum jetztigen Zeitpunkt kann noch nicht mit Sicherheit ausgesagt werden, wie lange der Effekt dieser alternativen operativen Methode anhält.

Überschreitet die Prostatagrösse einen bestimmten Grenzwert, muss diese Prostata mittels einer offenen Schnittoperation entfernt werden.

Prostatakarzinom
Was Sie wissen sollten:
Sie haben sich sicher nie grosse Gedanken über die Prostata gemacht und auch nicht über die Probleme, die durch sie auftreten können. Die nächsten Abschnitte sollen über die Prostata, spezielle über den Prostatakrebs und seine Früherkennung informieren.

Prostatakrebs ist der mittlerweile der am häufigsten diagnostizierte Tumor des Mannes und stellt nach dem Lungenkrebs leider die zweithäufigste Todesursache an bösartigen Erkrankungen dar. Erkennt man ihn aber frühzeitig, so ist er heilbar.

Die Prostata ist eine Drüse von ungefähr Wallnussgrösse, die am Blasenausgang liegt und die Harnröhre umschliesst. Der Urin fliesst durch sie hindurch, um anschliessend über den Penis auszutreten (Bild 1). Hauptfunktion dieser Prostata ist die Produktion eines alkalischen (seifenartigen) Sekretes, das den Grossteil des Samenergusses ausmacht und die männlichen Samenzellen vor dem sauren Scheidenmilieu schützt. Vom Aufbau her gleicht die Prostata einer Orange mit inneren „Fruchtfleisch und der äusseren Schale" (Bild 1). Während die Vergrösserung der inneren Zone, d.h. des „Orangen-Fruchtfleisches" die sog. benigne Prostatahyperplasie hervorruft und die typischen Beschwerden beim Wasserlösen auslöst, entsteht der Prostatakrebs dazu im Gegensatz in der „Orangen-Schale", d.h. im äussern Teil der Prostata. Hierdurch wird verständlich, dass dieser Prostatakrebs im Anfangsstadium keine Störungen beim Harnabfluss verursacht. Mit anderen Worten: Man kann Träger eines Prostatakrebses sein, ohne Beschwerden beim Wasser lösen zu haben.

Statistisch gesehen entwickeln 8 von 100 Männern im Alter über 40 Jahre einen Prostatakrebs. Insgesamt sterben ca. 1500 Männer pro Jahr in unserem Land an Prostatakrebs, 3000-3500 erkranken jedes Jahr neu (Bild 2).

Einflussfaktoren (Bild 3) für die Entstehung eines Prostatakrebses sind: Zunehmendes Alter, Prostataerkrankungen beim Vater/Bruder, bei Dunkelhäutigen.

Einen schützenden Effekt haben möglicherweise Vitamine (A,D,E), Phytooestrogene (weibliche Hormone aus Pflanzen), Selenium, Soja- und Fischöl.

Prostatakrebs ist heilbar, wen er sich im Frühstadium befindet, d.h. in einem Moment entdeckt wird, in dem er noch auf die Prostata selbst begrenzt ist. Sicher haben Sie schon gehört, dass sich Prostatakrebs in der Regel eher langsam ausbreitet.

Dies ist der Grund, warum der organbegrenzte Tumor nicht im hohen Alter gesucht werden sollte, da dann die Patienten auch „mit" ihrem Tumor noch gut weiterleben können.

Als obere Altersgrenze zur Entdeckung des therapienotwendigen organbegrenzten Prostatakrebses hat man das 70. Lebensjahr festgelegt.

Als untere Altergrenze für die Früherkennungsuntersuchung ist das 50. Lebensjahr. Ist in der Familie Prostatakrebs schon einmal diagnostiziert worden, so hat man die untere Alterslimite auf rund 40-45 Jahre reduziert, da dann das Risiko dreifach erhöht ist.

Wie wird der Prostatakrebs entdeckt?
Wie beschrieben, entwickelt sich der Tumor aus der äusseren Zone der Prostata. In Bild 1 ist zu erkennen, dass der Enddarm der äusseren Prostatazone aufliegt. D.h. der Hausarzt kann durch das Abtasten des Enddarmes auch die Prostata erreichen und ihre periphere Zone beurteilen. Eine Verhärtung ist dringend verdächtig für das Vorliegen eines Tumors (Bild 4). Das Ausmass der Verhärtung wird unter der Voraussetzung eines nachgewiesenen Tumors vom Urologen zu einer Einteilung des Stadiums benutzt (T2-T4).

Eine weitere, viel empfindlichere Methode zur Erfassung eines Tumors, ist die Bestimmung eines Eiweisses aus dem Blut, dem sog. PSA (Prostata spezifisches Antigen) (Bild 5).

Es handelt sich um einen Stoff, der praktisch nur von der Prostata ins Blut abgegeben wird.

Ist er erhöht (>4 ng/ml), so liegt das Risiko eines Prostatakrebses zwischen 20-50%.

Da PSA auch von dem gutartigen Anteil der Prostata oder aber einer Entzündung vermehrt ins Blut abgegeben werden kann, ist es nicht spezifisch für einen Krebs.

Aus diesem Grunde muss der Urologe eine Gewebsprobe der Prostata entnehmen, die anschliessend vom Pathologen unter dem Mikroskop beurteilt wird.

Die Entnahme erfolgt mit Hilfe eines in den Enddarm eingeführten kleinen Ultraschallkopfes, über den die Prostata genau eingesehen werden kann.

Der Urologe stellt die äussere Region der Prostata ein und führt gezielte Punktionen durch (Bild 6).

Erfahrungen aus über 15-jähriger Beobachtung zeigen, dass es durch Punktionen, selbst bei Vorliegen eines Tumors, zu keiner Tumorzellaussaht kommt.

Wenn eine Gewebsprobe Krebs ergeben hat, so sind in der Regel als Zusatzuntersuchungen eine Knochenszintigraphie und Computertomographie des kleinen Beckens notwendig, um eine etwaige Absiedelung beurteilen zu können.

Therapie des Prostatakarzinoms:
1. Radikale Prostatektomie: Die Entfernung der Prostata, der Samenblasen und der regionären Lymphknoten ist die anerkannte Behandlungsform beim lokalisierten Prostatakarzinom. Auch wenn das Karzinom die Prostatakapsel erreicht hat oder infiltriert, lassen sich damit immer noch Überlebensraten von 5 Jahren bei über 90% der Patienten erreichen. Die Operationsmortalität ist klein, die Inzidenz von postoperativen Komplikationen in der Hand des erfahrenen Operateurs gering, mit Ausnahme der nachfolgenden Impotenz. Eine Verbesserung der Spätresultate durch eine postoperative Bestrahlung oder einer Hormontherapie ist umstritten.

2. Strahlentherapie: Beim organbegrenzten Prostatakarzinom als Alternative zur radikalen Prostatektomie möglich, allerdings nicht mit denselben optimalen Resultaten. Die Impotenz, die bei der Operation häufig auftritt, kann durch die Bestrahlungstherapie nicht mit Sicherheit erhalten werden. Sie tritt ebenfalls in einem hohen Prozentsatz der Fälle auf. Eine neuere Form der Strahlentherapie ist die sog. Brachytherapie, bei der sog. Seeds (Strahlenmetallpartikel) in die Prostata auf operativem Wege direkt eingebracht werden. Die Therapie ist noch vielerorts experimentell, d.h. in Entwicklung begriffen.

3. Hormonelle Therapie: Bei Patienten mit einem metastasierten oder lokal fortgeschrittenen symptomatischen Karzinom ist die Indikation für eine Hormontherapie gegeben. Verschiedene Formen sind möglich:

- Subkapsuläre Orchiektomie: Hierbei werden die hormonproduzierenden Anteile der Hoden auf operativem Wege entfernt. Diese Orchiektomie hat in der hormonellen Therapie eine Vorrangstellung, hat sie doch gegenüber allen anderen hormonellen Therapien den Vorteil, dass der Entzug von männlichen Hormonen zeitlebens sicher gestellt ist. Auf diesem Entzug der männlichen Hormone beruht die therapeutische Wirksamkeit dieser hormonellen Therapie beim Prostatakarzinom.

- Alternativ zur subkapsulären Orchiektomie kommen LH/RH-Analoga, Antiandrogene oder Oestrogene zum Einsatz:

LH/RH-Analoga (analoge Substanzen zum luteinisierenden Hormon-Releasing-Hormon) führen zu Resultaten, welche bezüglich Tumorkontrolle der Orchiektomie und der Oestrogentherapie ebenbürtig sind. Es stehen mehrere Präparate zur Verfügung, die durch Injektion als Depotpräparate verabreicht werden. Da zu Beginn der Therapie die Sekretion des männlichen Hormons kurzfristig stimuliert wird, muss diese Phase initial mittels eines Antiandrogens abgedeckt werden. Die Therapie mit diesen Präparaten ist ausserordentlich teuer.

Antiandrogene wirken direkt auf die Prostatakarzinomzelle. Ob bei genügender Dosierung und kontinuierlicher Einnahme die Wirkung per Antiandrogenmonotherapie der Orchiektomie, bzw. LH/RH-Analogtherapie ebenbürtig ist, ist noch fraglich, und deshalb sollte diese Monotherapie mit einem Antiandrogen vorerst nicht als Standardtherapie eingesetzt werden.

Oestrogene sind in der Wirkung der Orchiektomie bezüglich des Prostatakarzinoms ebenbürtig. Wie bei der Orchiektomie ist eine Impotenz die obligate Nebenwirkung. Die Brustschwellung kann durch eine vorbeugende Kurzbestrahlung der Brustdrüsen verhindert werden. Hauptnachteil der Oestrogentherapie sind Thrombosen und Embolien. Dies ist der Hauptgrund, weshalb die Oestrogentherapie zu Gunsten der LH/RH-Analoga weitgehend aufgegeben wurde.

Akute Prostatitis
Hierbei handelt es sich um ein hochakutes Krankheitsbild mit Harndrang, Harnbrennen, Fieber, Schüttelfrost, Dammschmerzen und allgemeinem Krankheitsgefühl. Zu tasten ist die Prostata vom Darm her als weiches, geschwollenes und schmerzhaftes Organ. Die Therapie besteht bei einer gleichzeitigen Harnabflussstörung durch die Einlage eines Zystofixkatheters durch die Bauchdecke in die Blase und selbstverständlich in einer hochdosierten Antibiotikatherapie.

Chronische Prostatitis
Bei der chronischen Prostatitis werden nach neuerer Nomenklatur verschiedene Formen unterschieden, je nachdem, ob im Prostatasekret Bakterien gefunden werden oder nicht. So wird eine chronische bakterielle Prostatitis von einer nicht bakteriellen unterschieden. Eine Sonderform der chronischen Prostatitis stellt das CPPS (Chronic pelvic pain syndrome) dar.

Die Inzidenz der chronischen Prostatitis ist allgemein hoch. Man rechnet, dass etwa 35% aller Männer einmal im Leben an einer sogenannten Prostatitis erkranken. In 5% der Fälle handelt es sich dann um eine chronisch-bakterielle, in 65% um eine nichtbakterielle Prostatitis und in rund 30% um ein sog. CPPS.

Im Vordergrund stehen als Symptome Blasenreizzeichen, Schmerzen bei der Ejakulation, evtl. auch eine Blutbeimengung zum ejakulierten Samen.

Die Therapie der chronischen-bakteriellen Prostatitis besteht in einer Langzeitantibiotika-Therapie kombiniert mit lokal applizierten Entzündungshemmern.

Die Therapie der nichtbakteriellen Prostatitis und des CPPS ist schwierig. Antibiotika sind nicht notwendig, es kommen lokale Entzündungshemmer in Frage, dann auch Mikrowellenbehandlung, unter Umständen Alphablocker wie bei der BPH etc.

Früherkennung de Prostatakarzinoms (Screening)

Eine jährliche Untersuchung der Prostata durch den Darm sowie mittels PSA-Bestimmung im Blut hat den frühzeitigen Nachweis von Prostatakarzinomen nachdrücklich verbessert. Die Chance, dadurch einen grösseren Anteil von Prostatakarzinomen zu heilen, ist ebenfalls gestiegen.

Da die Entwicklung des Prostatakrebses, wie oben beschrieben, langsam verläuft, braucht man eine lange Nachbeobachtungszeit (10 Jahre und mehr), um einen wirklichen Benefit mit Rückgang der Sterblichkeit durch die Früherkennung zu beweisen.

Die Daten über den Nutzen von Früherkennungsstudien (European Randomized Screening of Prostate Cancer; National Cancer Institute: PCLO Sreening Study) sind noch nicht publiziert, so dass zum jetztigen Zeitpunkt keine absolut verbindlichen Angaben gemacht werden können und das Thema noch kontrovers diskutiert wird.

Trotzdem wird schon jetzt von der American Cancer Society sowie der American Association of Urology Männer zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr empfohlen, eine einmal jährliche PSA-Bestimmung mit Abtasten der Prostata durchführen zu lassen. (Bild 7).

Besteht eine familiäre Belastung, so wird das Alter der Erstuntersuchung auf ca. 45 Jahre zurückgesetzt.

Wir hoffen, Sie mit oben genannten Zeilen über den Prostatakrebs informiert zu haben. Sollten bei der Lektüre noch Fragen entstanden sein, so kann Ihnen Ihr Urologe behilflich sein.


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24.06.201
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PSA-Test: ja oder nein

Stellungnahme der SGU-SSU zu dieser Kontroverse

 


2009-05-18
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